Makler vs. Privatverkauf

Kosten, Zeitaufwand und Risiken ehrlich verglichen — damit Sie die richtige Entscheidung für Ihre Immobilie treffen.

VerkaufsPilot · Ratgeber · June 2026

Jährlich werden in Deutschland über 200.000 Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen privat verkauft — also ohne Makler. Die meisten dieser Verkäufer sparen dabei 15.000 bis 40.000 €, zahlen aber mit mehr Zeitaufwand und einem höheren Fehlerrisiko. Dieser Leitfaden vergleicht beide Wege ohne Werbeversprechen, dafür mit konkreten Zahlen.

Was ein Makler wirklich kostet

Die Maklerprovision wird als Prozentsatz des Kaufpreises angegeben — das klingt harmlos, ist es aber nicht. Auf einen Blick:

Gesetzliche Courtage (Obergrenze)
3,57 %
inkl. 19 % MwSt. — gilt seit 2020 als Obergrenze für Wohnimmobilien
Makler zahlt der…
KÄUFER
Seit 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Courtage hälftig. Verkäufer schuldet dem Makler 3,57 % — es sei denn, es wurde Individualvereinbarung getroffen.
Nebenkosten (Inserat, Fotos, Anfahrt)
~1.500–4.000 €
Falls der Verkäufer einen eigenen Makler beauftragt — zusätzlich zur Provision
Makler-Gesamtkosten Verkäufer
3,57 %
+ ca. 0,5–1 % Nebenkosten = 20.000–30.000 € bei einem 500.000-€-Objekt

Konkrete Rechenbeispiele

Kaufpreis Makler-Courtage (3,57 %) Ohne Makler → Ersparnis Alternative Rendite (3 % p.a., 12 Monate)
250.000 € 8.925 € 8.925 € gespart 7.500 € (Geldmarktfonds, 3 % p.a.)
400.000 € 14.280 € 14.280 € gespart 12.000 €
600.000 € 21.420 € 21.420 € gespart 18.000 €
900.000 € 32.130 € 32.130 € gespart 27.000 €
Was viele nicht wissen: Die Provision wird erst fällig, wenn der Verkauf erfolgreich ist — das gilt als Argument "Es kostet Sie ja nichts!". Aber: Sie tragen das Risiko, dass der Makler keinen Käufer findet (dann zahlen Sie gar nichts), während ein erfolgreicher Abschluss Ihnen eine klare Summe kostet, die Sie anderswo investieren könnten.

Was die Provision NICHT abdeckt

Die 3,57 % Makler-Courtage beinhalten typisch: Exposé-Erstellung, Portal-Schaltung, Besichtigungen, Verhandlungsführung. Sie enthalten NICHT:

Beim Privatverkauf fallen dieselben Pflichtkosten an — nur ohne Provision.

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Zeitaufwand im Vergleich

Phase Mit Makler Privatverkauf
Exposé erstellen, Fotos, Texte 0 (vom Makler übernommen) 6–12 Stunden
Inserat schalten (Immoscout, Immowelt…) 0 (vom Makler) 2–4 Stunden
Interessenten-Anfragen beantworten, qualifizieren vom Makler koordiniert 10–20 Stunden (viele Anfragen, viele Absagen)
Besichtigungen koordinieren und durchführen vom Makler organisiert 10–30 Stunden (je nach Interessentenzahl)
Preisverhandlung & Abschluss vom Makler geführt 5–15 Stunden (eigene Verhandlung)
Notar, Kaufvertrag, Übergabe beide Parteien beide Parteien (identisch)
Gesamt (Vermarktung + Abschluss) 0–2 Stunden (eigene Zeit) 40–80 Stunden (verteilt über 2–4 Monate)
Realistisch: Die 40–80 Stunden beim Privatverkauf verteilen sich über 2–4 Monate — das sind im Schnitt 3–5 Stunden pro Woche. Wer das neben einem Vollzeitjob stemmt, sollte sich bewusst sein, dass Antwortzeiten auf Anfragen bei Immobilien entscheidend sind: Wer nach 48 Stunden antwortet, bekommt den Interessenten nicht mehr.

Was die Zeit beim Privatverkauf wirklich frisst

Die 40–80 Stunden sind eine konservative Schätzung — in der Realität kommen oft dazu:

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Risiken im Vergleich

Risiken beim Maklerverkauf

Risiko Beschreibung Schwere
Interessenkonflikt beim Preis Makler verdient mehr bei höherem Preis — aber nur bis zur Courtage-Obergrenze. Ab einem bestimmten Punkt hat er kein finanzielles Interesse mehr, für Sie den letzten Euro rauszuholen. Mittel
Doppeltätigkeit (Doppelprovision) Wenn Käufer und Verkäufer denselben Makler beauftragen ("Doppeltätigkeitsverbot"), verdient er 7,14 % statt 3,57 %. Das ist seit 2020 eingeschränkt, aber nicht verboten — und es gibt Schlupflöcher. Hoch
Provision auch bei problematischem Abschluss Der Makler verdient seine Provision auch dann, wenn er Sie zu einem falschen Preis überredet, der nicht Ihrer Marktanalyse entspricht. Mittel
Schlechte Qualifikation der Interessenten Massiver Makler: Interessenten werden nicht ausreichend geprüft. Sie bekommen 20 Besichtigungen, aber nur 2 ernsthafte Käufer. Mittel
Abhängigkeit vom Makler-Erfolg Wenn der Makler keinen Käufer findet, haben Sie nichts — aber Sie haben auch Zeit verloren. Ein schlechter Makler kann 3 Monate Ihrer Vermarktungszeit kosten. Hoch

Risiken beim Privatverkauf

Risiko Beschreibung Schwere
Preis falsch gesetzt Zu hoch → Objekt steht 6 Monate, muss dann mit Preisreduzierung neu gestartet werden. Zu niedrig → echtes Geld verschenkt. Hoch
Mängel nicht offengelegt Was Sie als Verkäufer wissen und verschweigen, kann nach dem Kauf zurückfallen. Haftung besteht auch ohne Makler. Hoch
Zeitdruck durch Lebenssituation Scheidung, Jobverlust, Erbschaft — wenn Sie innerhalb von 3 Monaten verkaufen müssen, fehlt Ihnen die Zeit für eine optimale Vermarktung. Hoch
Finanziell schwacher Käufer Ohne professionelle Bonitätsprüfung: Finanzierung platzt kurz vor Notar, Sie verlieren 3 Monate. Mittel
Unwirksame Vertragsklauseln Der Notar prüft den Vertrag, aber die Vereinbarungen vor dem Notartermin (z. B. mündliche Nebenabreden) sind oft nicht durchsetzbar. Mittel
Übervorteilung durch Käufer Käufer mit Verhandlungserfahrung holen Zugeständnisse heraus, die Sie ohne Makler nicht hätten machen müssen. Mittel
Was kein Risiko ist: "Ich kenne mich nicht aus" ist kein valides Argument gegen den Privatverkauf. Der Prozess ist dokumentiert, die Unterlagen beschaffbar, und ein gutes Exposé braucht keine Makler-Lizenz. Was Sie brauchen: Sorgfalt, eine realistische Preisfindung, und die Bereitschaft, 40 Stunden zu investieren.
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Was ein Makler wirklich macht — und was nicht

Das Makler-Leistungsversprechen ist umfassend, aber die Praxis hat Grenzen. Hier die ehrliche Bilanz:

✅ Was ein Makler macht

❌ Was ein Makler NICHT macht

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Checkliste: Wann lohnt sich ein Makler wirklich?

Die Frage "Makler oder nicht?" lässt sich nicht pauschal beantworten. Nutzen Sie diese Checkliste:

Ein Makler lohnt sich, wenn…

Der Privatverkauf lohnt sich, wenn…

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Häufige Fragen

Was kostet ein Makler beim Immobilienverkauf in Deutschland?
Die gesetzliche Courtage liegt bei 3,57 % des Kaufpreises (inkl. 19 % MwSt.) pro Partei — bei Wohnimmobilien teilen sich Käufer und Verkäufer seit 2020 die Maklerkosten. Das bedeutet für den Verkäufer zusätzlich ca. 0,5–1 % Nebenkosten. Insgesamt zahlt der Verkäufer bei einem 400.000-€-Objekt rund 17.000–23.000 € für die Makler-Dienstleistung.
Wann lohnt sich ein Makler beim Hausverkauf?
Ein Makler lohnt sich, wenn Sie keine Zeit haben, selbst zu vermarkten, die Immobilie in einem überlaufenen Markt liegt, Sie wenig Erfahrung mit Verhandlungen haben, oder das Objekt komplizierte Sonderfälle enthält (Mieter, Teilungsversteigerung, Erbstück mit mehreren Eigentümern). In einem entspannten Markt mit klar bewertbarem Objekt sparen Sie mit dem Privatverkauf die gesamte Provision.
Was macht ein Makler beim Immobilienverkauf?
Ein Makler übernimmt: Objektbewertung, Exposé-Erstellung, Inserat-Schaltung auf Portalen, Interessenten-Qualifikation, Besichtigungskoordination, Preisverhandlung und Kaufvertragsvorbereitung. Was ein Makler NICHT tut: Rechtliche Beratung (Sache des Notars), Sanierungsplanung, Finanzierungsvermittlung für den Käufer, oder die Nachbetreuung nach dem Kauf.
Wie viel Zeit spart man mit einem Makler beim Hausverkauf?
Ein Makler verkürzt die Verkaufszeit typisch auf 2–4 Wochen für die Vermarktung, da er Zugang zu Portalen und einem Interessenten-Netzwerk hat. Der Privatverkauf dauert bei konsequenter Vermarktung 4–12 Wochen für die reine Suche — dazu kommen 2–4 Wochen für Vorbereitung. Der tatsächliche Zeitaufwand beim Privatverkauf liegt bei 40–80 Stunden über den gesamten Prozess.
Was sind die versteckten Risiken bei der Maklerprovision?
Interessenkonflikt beim Preis: Der Makler verdient mehr bei einem höheren Kaufpreis — aber nicht-linear und manchmal gegen Ihre Interessen (z. B. wenn Sie einen schnellen Verkauf wollen). Doppeltätigkeit: Wenn Käufer und Verkäufer den gleichen Makler beauftragen, verdient er 7,14 %. Inflationsrechnung: 3,57 % auf 600.000 € = 21.420 € — bei 3 % Renditealternative ist das ein realer Wohlstandsverlust.
Kann ich die Maklerprovision verhandeln?
Ja — die 3,57 % sind kein Festpreis, sondern eine gesetzliche Obergrenze. In Märkten mit viel Angebot verhandeln Makler häufig auf 2–2,5 % herunter. In angespannten Märkten (München, Hamburg, Berlin) halten sie den Regelsatz. Entscheidend: holen Sie mindestens 3 Angebote ein und vergleichen Sie, was genau enthalten ist.
Welche Unterlagen brauche ich für den Privatverkauf?
Dieselben Dokumente wie mit Makler: Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate), Energieausweis (Pflicht bei Inserat), Teilungserklärung (bei Eigentumswohnung), Grundrisse und Wohnflächenberechnung, ggf. Mietverträge und Hausgeldabrechnungen, ggf. Baugenehmigung und Baubeschreibung. Alle 18 Dokumente auf unserer Übersichtsseite →